8. Februar 2018

Winterfeuer - Aileen P. Roberts & Stephan Lössl

502 Seiten | Papierverzierer Verlag | TB- Preis: 14,95 € | Ebook-Preis: 4,99€ | Amazon

Beschreibung

Caitir ist eine junge Frau, die in der Siedlung an der Westbucht (Skara Brae) lebt, soll mit einem Mann des Adlerclans verheiratet werden. Sie wurde zwar bei den Priestern ihres Clans ausgebildet, wartet jedoch schon seit langer Zeit auf ihre Vision, die sie zu einer Steinweisen machen wird. Sollte diese letzte Prüfung misslingen, wird es in den Augen ihres Vaters Zeit, endlich mit Brork vom Adlerclan eine Familie zu gründen, obwohl dieser Clan einen seltsamen Totenkult betreibt und Caitir ihn abstoßend findet.
Andrew ist ein vom Job gelangweilter Reiseleiter in Schottland. Er ist genervt von Touristen, die sich alles andere als ernsthaft für die Geschichte des Landes interessieren. Archäologie, Steinkreise und andere Relikte aus alter Zeit faszinieren ihn, und so unterhält er sich nach Feierabend mit Archäologen, die am Ness of Brodgar, dem Herzen des neolithischen Orkney, Ausgrabungen durchführen. Die ihm sympathische Archäologin Dianne berichtet von dem, was sie Anhand der Grabungen über die Menschen der Steinzeit herausgefunden haben.
Nach ihrer vermeintlichen Vision erkundet Caitir die Insel, trifft auf die Welt unserer Zeit, mit der sie nichts anfangen kann. Ihre Siedlung ist zerstört, und sie hält Andrew für den Schuldigen, den sie deswegen zu töten versucht.

Meine Meinung

Dieser Titel hat so einen Widerspruch in sich, dass ich einfach lesen musste, um was es geht. Das war der Grund, weshalb ich auf diesen Titel bei Lovelybooks geklickt, und direkt an der Leserunde teilgenommen habe. Schon am Anfang hat mich die rührende Geschichte von den Personen hinter diesem Buch mich an dieses gefesselt und ich bin froh darüber, dass ich die Chance bekommen habe, dieses Buch zu rezensieren. Dafür nochmals ein Herzliches Dank!

Die Geschichte beginnt vorab erst einmal mit einer Einleitung vom Co-Autor. Der Mann von Aileen P. Roberts richtet sich hier an den Leser und entschuldigt sich vorab, falls es einen kurzen Bruch in der Geschichte gibt, weil er es nach der Idee seiner verstorbenen Frau weiter geschrieben hat. Diese Zeilen haben mich wirklich berührt und so bin ich Ernstafter an ein Buch herangegangen, als ich es je gemacht hätte. 

Schon seit Langem interessiert mich Archäologie sehr und, würde es nicht so schlecht bezahlt werden, wäre es neben Journalismus mein Traumjob! So aber begnüge ich mich, darüber zu lesen.    Ich muss sagen, man kann hier sogar sehr viel darüber lesen! Die Autorin hat sich sehr mit der Gegend, in der die Geschichte spielt, auseinandergesetzt.  Man liest sehr viele kleine Details, die einem helfen selbst an diesen Ort zu gehen. Für manch aber könnte es zu viel Details sein und auch die Spannung heraus nehmen. Da ich es aber interessant fand, habe ich trotzdem weiter gelesen, obwohl es leider wirklich etwas von der Spannung genommen hat. ABER es gehörte einfach dazu.

Es war mal interessant, dass die Sichten der Personen sich immer wieder gewechselt haben und man so einen genaueren Einblick in das Innenleben der einzelnen Personen bekommen hat. Das hat die Autorin und ihr Mann sehr gut hinbekommen und die beiden haben es so geschafft, dass wirklich jede Person in diesem Buch einen eigenen Charakter hatte. 
Der Schreibstil an sich war flüssig und den Wechsel an Autor habe ich kaum mittbekommen. So aber hatte ich einfach das vergnügen, eine interessante Story zu lesen. 
Andrew (einer der Hauptpersonen) war mir am Anfang etwas weinerlich und daher verstand ich nicht, was Cait in ihm fand. Er verkörperte aber sehr gut die heutige Gesellschaft und diese „weiche“ Seite. Cait, die von der Vergangenheit war, war hingegen sehr viel interessanter. Sie hat versucht sich etwas anzueignen, wie die ihr völlig fremde Sprache, als vorn herein zu sagen, dass sie es nicht kann. Ihre Sicht, eigentlich alle Sichten aus ihrer Zeit, las ich wirklich gerne.

Durch den angenehmen Schreibstil hatte ich keine Probleme das Buch mal auf die Seite zu legen und später weiter zu lesen. Es war zwar interessant, aber wirklich die große Spannung hat mich jetzt nicht gepackt. Viel mehr das Interesse was die Archäologen noch ausgraben werden, und wie es wohl enden wird. Versteht mich nicht falsch! Spannung gab es schon hier und da, aber nicht direkt durch das ganze Buch hinweg. Leider auch etwas zu selten.

Das Ende fand ich rührend aber auch viel zu kurz geraten. Es lässt viel zu viel offen und wirkt eher so, als würde man schnell ein Ende schreiben. Es ist einfach zu abrupt und hätte auch ruhig weiter ausgebaut werden können. So bleiben einfach Fragen, wie „Was passierte mit Andrew und den anderen?“ offen. 


Fazit

Alles in allem war es ein wirklich gutes Buch, das ich gerne gelesen habe. Es war mal eine neue Geschichte, die ich bisher so noch nie gelesen habe. Leider fehlte für meinen Geschmack zu oft die Spannung, auch wenn sie hier und da mal vorhanden war. Auch hat mich das abrupte Ende gestört, denn es hätte ruhig noch weiter ausgebaut werden können oder langatmiger sein können. Trotzdem habe ich mich kein einziges Mal gelangweilt und habe es genossen, es weiter zu lesen und mich entführen zu lassen. Es war definitiv ein gutes Buch für zwischendurch!



Bewertung

3 von 5 Sternen

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